Wohngeld – Hilfe vom Bund

Mithilfe von Wohngeld unterstützt der Bund Menschen, die wegen eines niedrigen Einkommens ihre Wohnkosten nicht tragen können. Hier bekommt ihr einen Überblick über das Thema Wohngeld.

Mit geringem Einkommen ist ein Zuschuss durch Wohngeld möglich. Foto: nattanan23/pixabay.com
Wer wenig Einkommen hat, kann einen Mietzuschuss bzw. Lastenzuschuss beantragen. Foto: nattanan23/pixabay.com

Erstmalig wurde Wohngeld im Jahr 1965 im Wohngeldgesetz verankert. Seitdem dient es dazu, einen familiengerechten Wohnraum zu schaffen. Aufgrund der steigenden Mieten und der aktuellen Einkommensentwicklung erhöht sich das Wohngeld ab dem 1. Januar 2022 um circa 13 Euro. Insbesondere Rentner profitieren von der Erhöhung und können dank der Erhöhung oftmals in ihrer bisherigen Wohnung bleiben.

Was ist Wohngeld und wer bekommt es?

Bei dem Wohngeld ist zwischen einem Mietzuschuss und einem Lastenzuschuss zu unterscheiden. Einen Mietzuschuss erhalten beispielsweise alle Mieter, Heimbewohner oder Personen mit Wohnrecht. Als Lastenzuschuss wird das Wohngeld bezeichnet, wenn es von Eigentümern, Erbbauberechtigten oder Inhabern einer Genossenschafts- oder Stiftswohnung bezogen wird. Als Antragssteller eines Lastenzuschusses könnt ihr das Wohngeld nur erhalten, wenn ihr selbst in der Immobilie wohnt und die Kosten dafür tragt.

Die Höhe des Wohngeldes errechnet sich aus der Höhe der Miete, dem Mietniveau der Region, dem Einkommen und der Haushaltsgröße. Empfänger gibt es in jeder Altersgruppe: Sowohl jungen Erwachsenen als auch Rentnern hilft das Wohngeld dabei, über die Runden zu kommen, wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht. Auch Ausländer mit niedrigem Einkommen haben in Deutschland ein Recht auf Wohngeld, wenn sie sich im Bundesgebiet aufhalten und keine Transferleistungen beziehen. Ihr Aufenthaltstitel ist davon weitestgehend unabhängig (§ 3 Abs. 5 WoGG).

Wohngeld kann auch ausgezahlt werden, wenn mehrere Personen in einer Wohnung leben. Jedoch kann es nur einmal pro Haushalt beantragt werden und es muss mindestens eine Person des Haushalts wohngeldberechtigt sein.

Wer ist vom Wohngeld ausgeschlossen?

Ihr könnt kein Wohngeld beantragen, wenn ihr:

  • vermögende Personen seid und allein mehr als 60.000 € besitzt,
  • Streitkräfte der NATO oder Diplomaten seid,
  • alleinstehende Erstauszubildende seid,
  • Zivildienst leistet,
  • Wehrpflichtig seid,
  • Transferleistungen bezieht, dazu zählen:
    • Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld nach dem Sozialgesetzbuch II
    • BAföG, BAB, Ausbildungsgeld
    • Hilfe zum Lebensunterhalt (SBG XII)
    • Verletztengeld (SGB II)
    • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII)
    • Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

Beträgt das errechnete Wohngeld weniger als 10 Euro, wird es ebenfalls nicht ausgezahlt.

Wohngeld beantragen – so geht’s

Den Antrag für Wohngeld könnt ihr bei der Wohngeldstelle einreichen. Auf den Webseiten der Kommunen findet ihr heraus, wer in eurer Gemeinde oder Stadt für die Wohngeldanträge zuständig ist. Für die Antragsstellung benötigt ihr Folgendes:

  • Das Antragsformular
  • Einkommensnachweise
  • Für den Mietzuschuss den Mietvertrag
  • Für den Lastenzuschuss den Eigentumsnachweis, die Wohnflächenberechnung, die Hausgeldabrechnung, den Grundabgabenbescheid sowie Nachweise über mögliche Kredite

Nach der Antragstellung erhaltet ihr innerhalb von drei bis sechs Wochen einen Bescheid über die Entscheidung.

Bewilligung: Das Gesamteinkommen ist entscheidend

Ob ihr Wohngeld erhaltet, hängt in erster Linie von der Obergrenze für Einkommen in eurer Region ab. Das zulässige Gesamteinkommen ist von der Anzahl der Haushaltsmitglieder und von der Mietstufe abhängig. Das Gesamteinkommen berechnet sich aus den Jahreseinkommen aller Haushaltsmitglieder. Kindergeld, Kinderzuschläge und bestimmte Freibeträge fließen nicht in die Berechnung ein.

Wohngeld richtig berechnen

Um das Wohngeld richtig zu berechnen, müsst ihr viele detaillierte Angaben zu euren Lebensumständen machen. Folgende Informationen solltet ihr parat haben:

  • Bruttokaltmiete
  • Anzahl der Haushaltsmitglieder (ausgenommen sind alle vom Wohngeld ausgeschlossenen Personen)
  • Monatseinkommen
  • Renten mit Grundrentenanspruch
  • Werbungskosten pro Haushaltsmitglied
  • Pauschale Abzüge für Steuern und Sozialversicherungen
  • Gegebenenfalls Unterhaltsverpflichtungen und Angaben darüber, ob ihr alleinerziehend seid
  • Nachweis über Erwerbstätigkeiten von Kindern unter 25 Jahren
  • Gegebenenfalls Schwerbehindertennachweise

Alle Angaben müssen der Wahrheit entsprechen. Ein Wohngeldrechner kann dabei helfen, die Angaben richtig zu deuten und vorab eine grobe Einschätzung über das zu erwartende Wohngeld zu erhalten. Die Wohngeldtabellen des Bundes definieren, wem welche Gelder zustehen. Aus der Anlage 2 zum Wohngeldgesetz könnt ihr entnehmen, welche Werte in die Berechnungsformeln einzutragen sind.

Wohngeld-Regelungen für Schüler, Azubis und Studenten

An Schüler, Studierende oder Auszubildende wird Wohngeld nur ausgezahlt, wenn der Studien- oder Ausbildungsgang grundsätzlich nicht förderfähig ist. Dies trifft eher selten zu. Auch wenn ihr noch bei euren Eltern wohnt, besteht aufgrund der Ausbildung oder des Studiums in der Regel kein Anspruch auf Wohngeld. Das bedeutet, sofern Studierende BAföG beziehen oder beziehen könnten, zählen sie nicht als wohngeldberechtigte Haushaltsmitglieder.

Damit Studierende von Wohngeld profitieren können, muss der Anspruch auf BAföG erloschen sein. Auch in einem Urlaubssemester, bei einem Zweit- oder Teilzeitstudium oder bei staatlich nicht anerkannten Ausbildungen kann ein Anspruch auf Wohngeld bestehen. Ein abgewiesener Antrag auf BAföG oder BAB führt jedoch nicht dazu, dass die Studierenden oder Auszubildenden wohngeldberechtigt sind. Für wohngeldberechtigte Auszubildende wird das bewilligte Wohngeld fortgezahlt, wenn sie in eine andere Wohnung derselben Stadt ziehen und ihren Lebensmittelpunkt beibehalten.

Wohngeld in WGs

Der Wohngeldanspruch ist in Wohngemeinschaften eingeschränkt, da WG-Mitglieder nicht als Haushaltsmitglieder zählen, sondern als einzelne Haushalte gewertet werden. Der Mietzuschuss wird also für die Einzelpersonen berechnet. Ist ein WG-Bewohner wohngeldberechtigt, werden die Mitbewohner nicht berücksichtigt.

Eingeschränkter Mietzuschuss in WGs. Wohngemeinschaft junger Leute. Foto: Toa Heftiba l / unsplash.com
In WGs ist der Wohngeldanspruch nur eingeschränkt möglich. Foto: Toa Heftiba l / unsplash.com

Eine Ausnahme liegt vor, wenn zwischen dem Wohngeldberechtigten und den studierenden Mitbewohnern ein verwandtschaftliches Verhältnis vorliegt. In diesem Fall könnte ein Wohngeldanspruch für den gesamten Haushalt geltend gemacht werden.

Als Haushaltsmitglieder zählen bei der Beantragung von Wohngeld Ehe- oder Lebenspartner, Eltern, Kinder sowie Verwandte und nicht verwandte Personen, die gemeinsam mit euch eine Verantwortungs- oder Einstehungsgemeinschaft bilden. Dies trifft beispielsweise auf Partnerschaften zu, die länger als ein Jahr bestehen. Eine Verantwortungsgemeinschaft liegt auch dann vor, wenn ihr regelmäßig Angehörige oder Kinder in eurem Haushalt betreut und versorgt.

Wie lange bekommt ihr Wohngeld?

Der Wohngeldbescheid gilt immer für zwölf Monate. Dann muss das Wohngeld neu beantragt werden – bestenfalls bereits sechs bis acht Wochen vor dem Ablauf, damit die Ämter ausreichend Zeit für die Bearbeitung haben und keine Lücken in der Zahlung entstehen.

Amelie Hanke

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