Wespen, Hornissen und Bienen im Garten: So geht ihr mit den Tieren richtig um

Ob Gartenparty oder ein Abend auf dem Balkon – unter freiem Himmel zu essen, macht im Sommer besonders viel Spaß. Leider gesellen sich zu Gegrilltem, Kuchen und Eis schnell ungebetene Gäste auf die Terrasse: summende Wespen. Doch kein Grund zur Panik – wir verraten euch, wie die Mahlzeit im Freien mit Wespen, Hornissen und Bienen gelingt und wie ihr auf die ungebetenen Gäste im Garten reagieren könnt.

Wespen und Hornissen lieben reifes Obst. Foto: Gabriele M. Reinhardt / Pixabay 

Süße oder herzhafte Speisen und Getränke locken lediglich zwei Wespenarten an: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Bienen und Hornissen sind scheu und interessieren sich für unser Essen normalerweise nicht. Während Bienen sich ausschließlich für Nektar, Pollen und Honig begeistern, ernähren sich Hornissen von Rindensaft, Nektar und anderen Insekten wie Raupen, Mücken und kleineren Wespenarten. Sie sind daher nützliche Helfer bei der Schädlingsbekämpfung im Garten.

Wespenalarm: So verhaltet ihr euch richtig

Ihr Ruf eilt den Wespen voraus. Sie werden häufig als aggressiv oder lästig beschrieben. Dies stimmt jedoch nur, wenn die Tiere gereizt werden. Begegnet ihr den Tieren friedlich, habt ihr nichts zu befürchten. Ihr solltet es daher vermeiden, wild um euch zu schlagen, wenn euch eine Wespe Gesellschaft leistet. Hektische Bewegungen versetzen die Insekten in Alarmbereitschaft und verleiten sie dazu, sich notfalls mit dem Stachel zu verteidigen.

Richtiger Umgang mit Wespen am Essenstisch:

  • Bewegt euch langsam und meidet hektische Bewegungen.
  • Pustet die Wespen nicht an. Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für Wespen.
  • Deckt Nahrungsmittel und Getränke ab und wascht Essensreste vom Tisch und vom im Gesicht.
  • Sorgt für eine Ablenkfütterung und stellt in circa zehn Metern Entfernung eine Schale mit überreifen Weintrauben auf. Verzichtet auf Wespenfallen. Diese locken lediglich ältere Tiere an, die darin einen qualvollen Tod finden.
  • Wespen werden nicht nur von Lebensmitteln, sondern auch von Düften und leuchtenden Farben angezogen. Verzichtet auf intensives Parfum, parfümierte Cremes sowie bunte Kleidung.
  • Bei einem Wespenstich helfen die ätherischen Öle und die Verdunstungskälte einer halben Zwiebel, die auf den Stich gedrückt wird.
  • Sammelt Fallobst im Garten regelmäßig auf und erntet reifes Obst rechtzeitig. So beugt ihr einem Blattlausbefall eurer Pflanzen vor. Wespen werden nämlich nicht nur von reifem Obst, sondern auch von den Ausscheidungen der Blattläuse angelockt.

Wespen, Hornissen und Bienen vom Haus fernhalten

Auch vom Haus oder der Wohnung lassen sich Wespen, Hornissen und Bienen mit einem einfachen Mittel fernhalten: Fliegengitter. Idealerweise bringt ihr sie an allen Fenstern an, die ihr zum Lüften nutzt, sowie an eurer Terrassentür. Sollte doch einmal ein Tier den Weg ins Haus finden, könnt ihr es mit einem Glas und einem Blatt Papier oder einem Insektenfänger einfangen und nach draußen bringen.

Wespen, Hornissen und Bienen unterscheiden

Biene, Wespe, Hornisse – die sechsbeinigen Insekten sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Auch die harmlosen Schwebfliegen sehen einer Wespe auf den ersten Blick ähnlich. Anhaltspunkte für die Bestimmung des Tieres sind in erster Linie die Größe und die Musterung bzw. Färbung.

Wespe

Deutsche und Gemeine Wespen haben eine sehr schmale Taille und eine markante Färbung. Foto: Ralphs_Fotos / Pixabay

Typisch für die Deutsche und die Gemeine Wespe ist der dreigeteilte Körperbau, der aus Kopf, Brust und dem sehr beweglichen Hinterleib besteht. Zudem sticht sie durch ihre ausgeprägte „Wespentaille“ hervor.  Auffällig ist auch ihr leuchtend gelb-schwarz gestreiftes Muster. Die Wespe ist unbehaart und wird bis zu 1,6 cm groß. Königinnen können bis zu 2,0 cm groß werden.

Honigbiene

Honigbienen sind dunkler und behaarter. Foto: cocoparisienne / Pixabay

Die Honigbiene ist mit 1,2 bis 1,5 cm etwas kleiner als die Deutsche und die Gemeine Wespe. Jedoch ist ihr Körper rundlicher, dunkler und behaart. Statt der gelben Warnstreifen tragen Bienen ein bräunlich-schwarz gestreiftes Muster. An den Beinen der Weibchen bzw. Arbeiterinnen sind meist die Pollen- und Nektarsammlungen gut erkennbar.

Hornisse

Die vorderen Segmente nach dem Kopf sind bei Hornissen rötlich gefärbt. Foto: gamagapix / Pixabay

Im Vergleich zu Wespen und Bienen sind Hornissen ziemlich groß. Die Arbeiterinnen erreichen eine Körpergröße zwischen 1,8 und 2,5 cm. Die Königin hingegen kann bis zu 3,5 cm lang werden. Ihr Hinterleib ist gelb-schwarz gestreift, während Brust und Kopf eher dunkelbraun-rötlich gefärbt sind. Als einzige Wespenart fliegen Hornissen auch nachts aus.

So sehen Wespennester, Hornissen- und Bienennester aus

Wespennest

So unterschiedlich wie die einzelnen Wespenarten sind auch ihre Nester. Sie bauen sie entweder in Erdlöchern, dunklen Hohlräumen oder frei hängend. Wespennester sind grau oder beige gefärbt und kugel- oder röhrenförmig. Die Beschaffenheit erinnert an Papier oder Holz und besteht aus von den Wespen zerkautem, verwittertem Holz. Das Einflugloch befindet sich an der Seite des Nestes.

Hornissennest

Das Hornissennest wird ebenfalls aus eingespeichelten Holzfasern erbaut. Es ist im Gegensatz zu einem Wespennest jedoch braun und wird bis zu 60 cm hoch. Das Einflugloch beim Hornissennest befindet sich unten.

Bienennest

Bienen bauen nur selten in Menschennähe ein Nest. Zudem verstecken es meist sorgfältig, denn im Gegensatz zu Wespen- oder Hornissen umgeben sie den Bau nicht mit einer Schutzhülle. Bienen bauen ihre Nester stattdessen in Hohlräume, wie beispielsweise hohle Baumstämme.

Nester nicht selbst entfernen

Entdeckt ihr ein Bienen- Hornissen- oder Wespennest auf dem Grundstück befindet, solltet ihr mindestens zwei bis vier Meter Abstand halten. Da die Tiere unter Artenschutz stehen, dürft ihr die Nester nicht einfach entfernen. Tut ihr es doch, müsst ihr mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Außerdem ist die Entfernung des Nestes nicht ungefährlich, da die Insekten ihr Heim verteidigen und zustechen. Insbesondere für Allergiker kann dies lebensbedrohlich sein.

Es ist auch keine gute Idee ein Bienen-, Wespen- oder Hornissennest mit Wasser oder Rauch zu bekämpfen. Selbst Wochen später können die Tiere noch gereizt auf die Nähe von Menschen reagieren.

Beseitigung des Nestes durch Fachpersonal

Befindet sich das Nest an einer Stelle, die eine friedliche Koexistenz unmöglich macht, solltet ihr euch Hilfe von geschulten Fachleuten holen. Informiert euch, ob das Volk umgesiedelt werden kann oder abgetötet werden muss. Falls eine Tötung durch einen Kammerjäger unumgänglich ist, solltet ihr einen ökologisch arbeitenden Schädlingsbekämpfer engagieren, um eine unnötige Kontamination der Raumluft zu vermeiden. Ihr erkennt sie am Berufsverbandsiegel des VFöS (Verein zur Förderung der ökologischen Schädlingsbekämpfer).

Vermieter oder Mieter: Wer ist für die Beseitigungskosten zuständig?

Besteht eine Gefahr oder Beeinträchtigung für den Mieter, muss der Vermieter für die Kosten aufkommen und die Entfernung des Nestes veranlassen. Bei akuter Gefahr, die eine Absprache mit dem Vermieter unmöglich macht, darf der Mieter laut Paragraf 536a BGB selbst einen Kammerjäger beauftragen und die Kosten an den Vermieter weiterleiten – vorausgesetzt Kosten und Gefahr stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander.

Amelie Hanke

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