Tapezieren leicht gemacht

Tapezieren – wie geht das?

Tapezieren ist eine der vielen tollen Möglichkeiten der Wandgestaltung. Neben Wandfarben, Wandtattoos, Bildern oder Regalen ist eine schöne Tapete ein Mittel, einen Raum einzigartig, individuell und stilvoll zu gestalten. Wir sagen, Raufaser adé! Und geben Tipps zum Tapezieren.

Sei es eine knallige Papiertapete, Vliestapete, Strukturtapete oder eine extravagante Textil- oder Vinyltapete: Bei jeder Tapetenart solltet ihr auf sorgfältiges Vorgehen beim Tapezieren achten. Essentiell ist: Viel Platz und ein guter Tapeziertisch. Hier ist eine Anleitung:

1. Vor dem Tapezieren: Die alte Tapete entfernen

Diesen Arbeitsschritt solltet ihr auf keinen Fall unterschätzen. Oft ist das Ablösen der alten Tapete einer der zeitaufwendigsten Schritte. Manchmal ist nicht nur eine alte Schicht zu entfernen, sondern es verbergen sich mehrere Tapetenschichten. Für den Ablösevorgang hilft ein spezielles Mittel, welches ihr kaufen könnt. Wer es mit gebräuchlichen Hausmitteln versuchen möchte, der kann Spülmittel mit Wasser mischen. Egal für welche Möglichkeit ihr euch entscheidet, die Mischung tragt ihr auf die alte Tapete auf und lasst sie kurz einwirken. Danach lässt sich alles mit einem Spachtel entfernen. Tipp: Vorher die Tapete mit Löchern durchsetzen, damit sich die Flüssigkeit besser eindringen kann. Für hartnäckige, alte Tapeten hilft ein Dampf-Tapetenablöser.

2. Vor dem Tapezieren: Grundierung

Der Untergrund zur neuen Tapete sollte gut vorbereitet sein, damit Kleister und Tapete gut halten. Bei fast allen Fällen, in denen die Tapete nicht hält, liegt das Problem am mangelhaft vorbereiteten Untergrund.

Eventuelle Löcher oder Risse gilt es vor dem Tapezieren zu beheben und mit Spachtelmasse zu schließen: Die Wand muss glatt sein. Löst sich von der Oberfläche kreidiger oder staubiger Abrieb, braucht die Fläche vor dem Tapezieren eine zusätzliche Grundierung. Auch sollte die Wand weder zu stark, noch zu wenig saugfähig sein – ist dies der Fall, braucht ihr ebenfalls eine weitere Grundierung. Testen könnt ihr dies, in dem ihr die Wand mit Wasser benetzt: Der Untergrund sollte sich weder dunkel färben (zu saugfähig!), noch sollte das Wasser abperlen (zu trocken!).

bunte Tapete

bunte Tapete © Patrizia Tilly – Fotolia.com

3. Vor dem Tapezieren: Berechnung nötigen Materials

Die Vorarbeiten sind erledigt, jetzt solltet ihr noch herausfinden, wie viele Rollen Tapete ihr braucht. Bevor es ans Zuschneiden geht, müsst ihr die Abmessungen des Raums und die Menge des Materials richtig berechnen. Was die Bahnlänge angeht, solltet ihr zusätzlich zur Raumhöhe noch rund zehn Zentimeter Verschnitt einberechnen. Wollt ihr euch eine tolle gemusterte Tapete in die Wohnung holen, wird Rapport (Angabe in Zentimetern, wann sich ein Muster wiederholt) mit eingerechnet. Diesen findet ihr auf der Tapetenrolle in den Hinweisen des Herstellers. Sicherheitshalber könnt ihr noch ein paar Rollen mehr kaufen – so geht das Material sicher nicht aus.

4. Vor dem Tapezieren: Die Wahl des richtigen Kleisters

Kleister fixiert und stabilisiert die Tapete an der Wand. Bei den meisten Tapetenarten könnt ihr normalen Tapetenkleister verwenden. Handelt es sich um extravagantere Materialen, wie beispieslweise eine Textiltapete, solltet ihr zu speziellem Kleister greifen. Damit geht ihr sicher, dass alles hält. Beratung zum richtigen Kleister fürs Tapezieren gibt es im Baumarkt. Das richtige Einkleistern ist neben der Grundierung eine der wichtigsten Komponenten für gelungenes Tapezieren. Den Kleister tragt ihr ebenmäßig, nicht zu knapp und von der Mitte weg zu den Rändern auf. Was die Einweichzeit betrifft, solltet ihr euch an die Angaben des Herstellers halten. Eine zu kurze oder zu lange Einweichzeit kann dazu führen, dass die Tapete nicht hält. Für das Einweichen schlagt ihr die eingekleisterte Tapete zu etwa ein bis zwei Dritteln ein.

5. Endlich! Das Tapezieren

Damit die Tapeten nicht schief und krumm an der Wand hängen, müsst ihr die erste Bahn an der Wand ausloten. Hilfreich hierbei ist die Wasserwaage. Um Überschneidungen oder Schattenbildungen vorzubeugen, solltet ihr mit dem Licht, das bedeutet vom Fenster weg, tapezieren. Am besten startet ihr in einer Ecke (außer bei gemusterten Tapeten). Ihr klebt die erste Bahn ungefähr ein bis zwei Zentimeter um die Raumecke herum. Zum Schluss schneidet ihr den Überstand ab. An der Decke sind einige Zentimeter Überstand ebenfalls sinnvoll. Die Seite der Tapete, die zu einem Drittel umgeschlagen ist, kommt nach oben. Wenn die Tapete schließlich richtig an der Wand sitzt, streicht ihr mit einer möglichst weichen Bürste die Tapete glatt. Geht dabei von der Mitte bis zu den Rändern vor und von oben nach unten. Sitzt die erste Bahn perfekt, könnt ihr direkt daran angrenzend mit der zweiten Bahn genauso verfahren.

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tapezieren © ccke – Fotolia.com

6. Nach dem Tapezieren: Das Trocknen der Tapete

Zugluft während und nach dem Tapeziervorgang solltet ihr vermeiden. Eine Temperatur von 20 Grad ist optimal. Zu starkes Heizen des Raumes führt zu einer zu schnellen Trocknung und wirkt sich negativ auf die Optik des Ergebnisses aus. Die Tapete zieht sich zusammen und bringt damit unschöne Nähte zum Vorschein.

Wichtige Info für alle, die für ihre Wandgestaltung eine Vliestapete anbringen wollen: Im Gegensatz zu Papiertapeten braucht eine Vliestapete keinen Kleister. In diesem Fall tragt ihr den Kleister auf die Wand auf. Anschließend bringt ihr die Tapete an. Generell ist das Anbringen einer solchen Tapete einfacher.

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Über Hanna Zieglmayer

Hanna schreibt für Wohnung-einrichten.net.

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