Nachhaltig Weihnachten feiern

Das Fest steht vor der Tür und der Konsum-Wahnsinn erreicht seinen Zenit. Wo ihr hinschaut, seht ihr in den Gärten, Häusern und Wohnungen Weihnachtsdekoration. Behangen mit Lichterketten, Girlanden und Weihnachts-Deko strahlt der Tannenbaum mit den Lichterketten um die Wette. So schön dies zur Adventszeit sein mag, so unschön sind die ökologische Folgen.

Holzschmuck Christbaum ©-BeTa-Artworks-Fotolia.com

Holzschmuck Christbaum ©-BeTa-Artworks-Fotolia.com

Die Leute entsorgen den Weihnachtsbaum, werfen das Lametta in den Müll und sortieren die ausgebrannte Lichterkette aus. Welche Schäden dies für die Umwelt hat, ist vielen nicht bewusst. Auch unscheinbare Dekoartikel sind schädlicher als viele denken. Deshalb geben wir Tipps, wie ihr aus dem Weihnachtsfest eine Zeit der Besinnlichkeit und Nachhaltigkeit macht.

Der Tannenbaum

Jedes Jahr müssen Millionen Tannenbäume daran glauben und sind in den Wohnungen das Zentrum der Weihnachtszeit. Meist stammen diese aus Tannenbaumplantagen. Diese Bäume wurden zu dem Zweck gezüchtet, um später als Christbaum zu dienen. Deshalb ist es wichtig, dass diese Tannen viele dichte Zweige haben, und gerade gewachsen sind. Um das zu erreichen, düngen die Plantagenbetreiber sie besonders stark. Die Plantagen sind dadurch schädlich für das Grundwasser und die umgebende Umwelt. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass sein Weihnachtsfest umweltfreundlich und nachhaltig gestaltet ist, muss nicht unbedingt viel beachten. Bio- und Ökosiegel geben über die Kultivierung des Baumes Auskunft. Bäume, die ihr von den umliegenden Forstwirten kauft, sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Außerdem unterstützt ihr so die lokale Forstwirtschaft. Auf der Seite von Robin Wood findet ihr schnell und leicht heraus, wo ihr euren Weihnachtsbaum ohne Gewissenbisse erstehen könnt.

Die Dekoartikel

Auch beim Schmücken des Weihnachtsbaums und beim weihnachtlichen Dekorieren der eigenen vier Wände könnt ihr nachhaltig handeln. Das beginnt bei Kleinigkeiten wie den Christbaumkugeln oder dem Lametta. Für so gut wie jeden Schmuck gibt es umweltfreundliche Entsprechungen. Zum Beispiel könnt ihr Kugeln aus Glas nutzen und mit Strohsternen oder Holzdeko schmücken. Das Lametta sollte auf jeden Fall wiederverwendbar und frei von Blei sein. Solltet ihr es nach Weihnachten doch entsorgen müssen, dann auf keinen Fall zusammen mit dem Christbaum: Dieser ist kompostierbar, Lametta aber nicht.

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge © Light-Impression-Fotolia.com

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge © Light-Impression-Fotolia.com

Auch bei den Kerzen könnt ihr Qualitätsstufen unterscheiden. Mehr als zwei Drittel aller Kerzen die ihr in Deutschland kaufen könnt, enthalten Paraffine und basieren somit auf Erdöl. Es gibt jedoch auch Exemplare aus Stearin, oder noch besser, aus Bienenwachs. Neben den nachhaltigeren Rohstoffen, die hier zum Einsatz kommen, sind diese beiden Varianten gesünder. Was weitere Dekoartikel wie Räuchermännchen oder dergleichen betrifft, solltet ihr nicht auf Billigwaren aus Fernost zurückgreifen. Unter der Marke „Erzgebirgische Volkskunst“ könnt ihr von Hand im Erzgebirge gefertigte Waren kaufen, die neben der höheren Nachhaltigkeit mit einer oft authentischeren Optik und höherer Qualität aufwarten können.

Die Geschenke

Ihr solltet darauf achten, dass ihr Dinge schenkt, die sinnvoll sind und die der Beschenkte idealerweise nutzen kann. Was viele oft vergessen, ist die große Umweltverschmutzung rund um das Geschenkpapier. Die Massen an Geschenkpapier, die wir jedes Jahr an Weihnachten verbrauchen, ist oft aus nicht recyceltem Papier. Um diesem unnötigen Verbrauch entgegenzuwirken, könnt ihr auf Recycling-Papier mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ ausweichen oder statt Plastikschleifen auf Bast oder andere natürliche Materialien zurückgreifen. Paketpapier beispielsweise braucht in der Herstellung weit weniger Energie und Wasser als konventionelles Geschenkpapier. Mit Kreativität könnt ihr eure Geschenke wunderschön verpacken.

nachhaltige Geschenkverpackung © Martin_P-Fotolia.com

nachhaltige Geschenkverpackung © Martin_P-Fotolia.com

Das Weihnachtsessen

Ein richtiges Weihnachtsfest ist ohne ein schönes Essen für viele nicht mehr auszudenken. Wer es sich vorstellen kann und zum Fest etwas anderes ausprobieren möchte, kann einfach mal auf Fleisch verzichten. Vegetarische Küche hat eine weitaus bessere Umweltbilanz als die Fleischproduktion und bietet viel Abwechslung. Ein vegetarisches Weihnachtsmenü ist alles andere als abwegig. Falls es aber dennoch die Weihnachtsgans sein soll, solltet ihr darauf achten, dass sie aus Deutschland stammt. Denn der Großteil der hier verspeisten Weihnachtsgänse kommt aus Osteuropa, wo noch katastrophale Zustände in der Tierhaltung herrschen. Soll es ein Braten an Weihnachten sein, könnt ihr auf Biofleisch, am besten natürlich aus der Region, zurückgreifen.

In diesem Sinne: Nachhaltig Weihnachten feiern ist nicht so schwer. Wir wünschen guten Appetit und ein frohes Fest!

Bilder und weitere Inspirationen zu einem nachhaltigen Weihnachtsfest gibt es hier.

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Über Hanna Zieglmayer

Hanna schreibt für Wohnung-einrichten.net.

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