Japanischer Garten

Japanischer Garten – fernöstliche Gartengestaltung

Japanische Gärten repräsentieren den Zeitgeist und die Philosophie der japanischen Kultur. Der japanische Garten hat eine lange zurückreichende Tradition. Die ursprüngliche Idee dieser ästhetischen Gärten stammt von Händlern aus China, welche sie auf die japanischen Inseln brachten. Auch in den westlichen Ländern hat der japanische Garten viel Anklang gefunden. Daher gibt es in Deutschland zahlreiche öffentliche und private japanische Gärten, die ihr besuchen könnt. Was ihr über japanische Gärten wissen müsst, zeigen wir euch in unserem Artikel.

Japanischer Garten

Japanischer Garten (© Arzu Durukan)

Ästhetik und Reflexion

Ein japanischer Garten ist ein Ort der Ästhetik und der Reflexion. Er ist komplett durchgeplant und kein Element des Gartens steht zufällig an seinem Platz. Der Gartendesigner legt vorher fest, wie der Garten aussieht und was der Betrachter sieht, hört und fühlt. Diesen Aspekt haben alle japanischen Gärten gemein. Ansonsten gibt es viele verschiedene Stile und Trends, nach denen ein japanischer Garten gestaltet ist. Ein bekannter Stil ist beispielsweise der Kare-san-sui Stil. Im Westen bezeichnen wir ihn als „Steingarten“ oder „Zen-Garten“. Mit diesem beschäftigen wir uns später noch ausführlicher.

Ein japanischer Garten muss keinem Stil konkret folgen. Der Künstler kann seine eigenen ästhetischen Ideen einfließen lassen und individualisieren. Die Motivation des Künstlers ist ein Erlebnis für die Betrachter zu erschaffen. Das geht weit über die einfache oberflächliche Betrachtung hinaus. Oftmals beinhalten die Konstellationen Botschaften und Eindrücke, die auf den ersten Blick verborgen bleiben. Der Betrachter wird aufgefordert den Garten zu „lesen“ und seine Geheimnisse zu lüften. Viele dieser Botschaften und Geheimnisse haben mit der Philosophie und Religion der japanischen Kultur und legen dem Besucher neue Betrachtungsweisen nahe.

Durchdachter Aufbau

Japanische Gärten sind in ihrem Aufbau gut durchdacht. Vorhandene Symmetrie und Asymmetrie sind beabsichtigt. Durch die Asymmetrie schaffen die Künstler unterschiedliche Erfahrungen durch verschiedene Perspektiven der gleichen Anlage. Auch die Wegführung durch den Garten ist geplant, sodass der Blick des Besuchers einem vorgegebenen Pfad folgt.

Feng Shui Garten einrichten

Feng Shui Garten einrichten – © www.jh-photo.de – Fotolia

Während westliche Gärten einem ästhetischen Ideal folgen, sind japanische Gärten auf ihre philosophische und idealistische Aussagekraft hin gestaltet.

Japanische Garten-Elemente

Es gibt zahlreiche Elemente die Designer zur Gestaltung japanischer Gärten verwenden. Die Kombination und Konstellation dieser Elemente erzeugt das Erlebnis des japanischen Gartens. Hier findet ihr eine Liste der wichtigsten Elemente:

Wasser

Wasser ist in jedem japanischen Garten vorhanden. Wasser und Stein symbolisieren Yin und Yang. Daher stehen sie in vielen Gärten in Konstellation. Teiche haben eine irreguläre Form. Fließendes Gewässer sollte von Norden nach Süden oder von Nordwesten nach Südosten fließen. Das bringt Glück, weil das Wasser das Böse mit sich wegtreibt. Auch beliebt, aber schwer umzusetzen sind Wasserfälle. Auch in den Kare-san-sui Gärten ist „Wasser“ vorhanden. In diesen Gärten symbolisiert der Sand das Wasser. Mit einer Harke ziehen Gärtner Muster in den Sand. Diese symbolisieren Wellen und Bewegung.

Steine

Steine verwenden Designer auf unterschiedliche Weisen. Während flache Steine die Erde oder den Boden symbolisieren, stehen große emporragende Steine für Göttlichkeit und Berge. Steinkonstellationen bilden interessante Schauplätze. Genau wie alle anderen Elemente des japanischen Gartens sind diese nicht zufällig platziert und haben eine Bedeutung. Viele der beeindruckendsten Schauplätze japanischer Gärten bestehen aus Steinkonstellationen.

Sand

Sand hat eine lange Tradition in der schintoistischen und buddhistischen Architektur. So sind viele alte Tempel von Sand umgeben. Diese religiöse Tradition findet sich in der Kunst der japanischen Gartengestaltung wieder. Die Stein- oder „Zen-“ Gärten bedienen sich dieser Tradition. Oftmals verwenden die Künstler Sand um Wasser zu ersetzen. Die in den Sand gezogenen Linien symbolisieren das Leben und Bewegung des Wassers. Im Westen sind diese japanischen Gärten im Kare-san-sui Stil beliebt. In vielen Kulturen ist der sogenannte „Zen-Garten“ das Sinnbild für den japanischen Garten.

Moos im Japanischen Garten

Moos im Japanischen Garten (© Matthew Smith)

Moos

Moos hat in der japanischen Gartengestaltung eine besondere Rolle. Es symbolisiert seit jeher Alter, und somit Weisheit und Ehre. Künstler platzieren es gezielt als Belag für Wege, Steine oder ganze Flächen. Das Anbringen von Moos kann beispielsweise die Beständigkeit der Natur auszudrücken.

Brücken

Die Brücke verwenden die Künstler seit der der Heian Zeit in japanischen Gärten. Sie symbolisiert oftmals den Pfad zu einem bestimmten Ort oder einem Ziel. Sie bestehen aus Holz, Erde oder Stein. Oftmals führen Brücken zu besonderen Schauplätzen, wie Pagoden und Teestuben.

Laternen

Die Laternen, genau wie Sand, haben ihren Ursprung bei den schintoistischen und buddhistischen Tempeln. Dort säumten sie die Hauptwege zum Tempel. In japanischen Gärten werden sie an Wegen platziert. Aber oftmals finden Besucher sie abseits von Wegen in verschiedenen Konstellationen mit Steinen, Pflanzen und Wasser. Der Zweck dieser Laternen ist nicht das Spenden von Licht. Sie sind stilistische Mittel und eng mit Religion verbunden.

Pflanzen

Traditionell verwenden Künstler für japanische Gärten Japanische Pflanzen. Das kommt dadurch, dass die alten Gartengestalter Pflanzen aus ihrer Umgebung, vornehmlich der Insel Honshu, benutzten. Die Pflanzen sind alle mit Bedacht gewählt. Vor allem ihre Erscheinung im Herbst evaluieren die Künstler bei der Planung. Denn auch zu dieser Jahreszeit soll der japanische Garten seine Aussagekraft nicht verlieren. Büsche und Bäume sind künstlerisch und mit Bedacht beschnitten, um der Szenerie zu entsprechen. Manche Büsche werden in einer Technik beschnitten, die sie dynamisch und „fließend“ erscheinen lässt. Bäume und Büsche, die in Japanischen Gärten Verwendung finden, sind Azaleen, Eichen, japanische Kirsche und Aprikose, Kamelien, Bambus und Pinien. Andere Pflanzen finden ebenfalls Verwendung, solange dies dem Zweck dient.

Die Kunst der Miniaturisierung

Die Miniaturisierung als Methode zur Symbolisierung hat eine lange Tradition in den japanischen Gärten. Das erstreckt sich auf mehr als Bonsaibäume. Häufig bilden Künstler Miniaturlandschaften. Diese sind echten Schauplätzen nachempfunden oder reine Fantasieprodukte. Hier sind Gräser Wälder, Pfützen sind Meere und Steine stellen ganze Kontinente dar. Diese Kunstwerke bilden fantastische, begreifbare und dennoch unwirkliche Szenerien, welche die Vorstellungskraft des Betrachters reizen.

Ein japanischer Garten als Miniatur

Wir hatten beim Schreiben dieses Artikels richtig Lust auf einen eigenen japanischen Garten. Da wir auf die Schnelle keinen japanischen Garten gestalten konnten, haben wir kurzerhand einen japanischen Miniaturgarten gekauft! Der Miniaturgärten war günstig und hat schnell seinen Platz gefunden. Die kleinen Gärten gibt es als Sets. Diese haben alles Nötige mitgeliefert.

Japanischer Garten

Japanischer Garten (© Markus Schmitz)

Hier haben wir den Link zum Miniatur-Garten, den wir selber ausprobiert haben:

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Über Franziska Schönbach

Franziska schreibt für wohnung-einrichten.net

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