Fußball WM 2014 – Probleme beim Bau der Stadien

Fußball WM 2014 – Probleme beim Bau der Stadien

Immer neue Berichte über Massenproteste wütender Brasilianer, Sicherheitsbedenken und Verzögerungen bei der Fertigstellung von Hotels und Stadien erreichen uns aus Brasilien. Die Fußball Weltmeisterschaft startet am 12.Juni und das Endspiel in Rio de Janeiro findet am 13.Juli statt. Hunderttausende von Touristen und Einheimischen werden in die brasilianischen Fußballarenen pilgern, um sich die Spiele der Nationalmannschaften anzusehen.

Fußball-WM-2014

Fußball-WM-2014 © A. Dudy – Fotolia.com

Fußballstadien im Blickfeld

Die modernen Fußballarenen von heute unterscheiden sich von den Stadien vergangener Jahre. Oftmals wurden die Stadien als Leichtathletikarenen gebaut. Die Laufbahn um den Spielfeldrand ist ein deutliches Indiz für ein Leichtathletikstadion. Neue Spielstätten werden als reine Fußballstadien erbaut. Das Spielfeld ist von allen Plätzen im Stadion gut zu sehen, moderne Videoleinwände oder ein Videowürfel machen den Besuch für jeden Zuschauer zum Erlebnis.

In der Freilaufzone um das Spielfeld werden Spieler- und Trainerbänke aufgestellt, Partner können Werbung platzieren, Fotografen und Kamerateams warten auf die besten Bilder. Gleich hinter diesem Bereich starten die Zuschauertribünen. Der Grundriss kann sich unterscheiden. Das Olympiastadion in München besitzt wegen der integrierten Laufbahn eine ovale Form. Eine typische Fußballarena ist das Bernabeu Stadion in Madrid mit der rechteckigen Form. Eine Besonderheit ist das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro. Beim Bau bot das runde Stadion Platz für bis zu 200.000 stehende Fans.

Sicherheit in Fußballarenen

Das erste Fußballstadion wurde 1867 in Glasgow eingeweiht. Die Tribüne war eine reine Holzkonstruktion und bot ausschließlich Stehplätze. Es wurden noch keine durchgehenden Einlasskontrollen durchgeführt und so kam es wegen Überfüllung immer wieder zu schlimmen Unfällen.

Die wohl schlimmste Katastrophe ereignete sich im Jahr 1989 im Stadion von Sheffield. Zu viele Besucher drängten in das Stadion, was knapp 100 Tote und über 700 Verletzte zur Folge hatte. Nach diesem Unglück beschloss die FIFA, dass es fast ausschließlich Sitzplätze in den Stadien geben soll. Bei Übertragungen aus der englischen Fußballliga seht ihr deshalb keine Zäune zwischen dem Spielfeld und den Tribünen, auf denen es nur Sitzplätze gibt.

Sicherheit ist ein großes Thema bei den neuen Spielstätten. Die Sicherheit der Spieler, Verantwortlichen und Zuschauer steht im Mittelpunkt. Bei der Planung werden Rettungswege und Absicherungen geplant. Die erlaubten Zuschauerzahlen dürfen nicht überschritten werden und Treppenaufgänge müssen gut gesichert sein.

Neue Fußballarenen sind hochmoderne Konstruktionen. Komfortable Sitzplätze, vielfältige Verpflegungsangebote, Logen für VIP Gäste, eine verschließbare Dachkonstruktion macht das Zuschauen auch bei schlechtem Wetter zum Vergnügen. Ein „mobiler“ Rasen lässt sich per Knopfdruck aus der Arena fahren und macht Platz für andere Events. Um die Auslastung der teuren Hallen zu garantieren, werden die Hallen für Konzerte und andere Veranstaltungen vermietet. Der Besuch in einem modernen Fußballstadion verspricht ein tolles Erlebnis für die ganze Familie.

Probleme in Brasilien

Vor allem bei Bau der Stadien und Hotels gibt es in Brasilien lange Verzögerungen. Wütende Menschenmengen demonstrieren gegen die hohen Summen, die für die Weltmeisterschaft ausgegeben werden. Menschen mussten ihre Häuser räumen, um Platz für neue Stadien zu schaffen. Die Infrastruktur musste in den meisten Spielorten mit viel Geld auf Vordermann gebracht werden, was die Gesamtkosten noch weiter in die Höhe treibt.

Im Spielort Curitiba stoppte eine Richterin die Bauarbeiten am Stadion wegen eklatanter Sicherheitsmängel. In Manaus starben bis Februar 2014 vier Arbeiter auf der Baustelle des Stadions und in Sao Paulo stürzte im November letzten Jahres ein Kran ein, tötete zwei Arbeiter und beschädigte Dach, Tribüne und Videoleinwand des halb fertigen Stadions.

Problematisch wird sicherlich auch die teilweise hohe Kriminalitätsrate in einzelnen Städten. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften soll für die Sicherheit der Besucher, Spieler und Einwohner sorgen. Normalerweise herrscht in den brasilianischen Fußballstadien striktes Alkoholverbot. Während der Fußballweltmeisterschaft jedoch wird diese Regelung aufgehoben, was bei vielen Einheimischen auf Unverständnis stößt.

Trotz all der vielen Verzögerungen und Probleme hoffen wir auf eine friedliche und erfolgreiche Weltmeisterschaft. Die Gemeinsamkeit liegt in der Leidenschaft für den Sport und es sollte kein Platz für Krawalle oder Konflikte zwischen den Fans geschaffen werden. Bei aller Euphorie muss aber auch berechtigte Kritik an der Finanzierung und dem Umgang mit den Einheimischen erlaubt sein.

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Über Franziska Schönbach

Franziska schreibt für wohnung-einrichten.net

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