Feng Shui – Grundlagen

Feng Shui – Grundlagen: Die Lehre von Beeinflussung und Harmonie

In diesem Artikel wollen wir euch die Grundlagen des Feng Shui näher bringen. Die fernöstliche Philosophie ist auch bei uns im Westen beliebt. Wer selber Einblicke in das Feng Shui gewinnen will, der kann hier die Grundlagen dieser Lehre erlernen. Mit ein wenig Knowhow ist die ganze Sache nicht mehr so verwirrend und fremd. Wie ihr eure Wohnung am besten einrichtet, erfahrt ihr in unseren Feng Shui Artikeln zum Drei-Türen-Bagua und Kompass-Bagua.

Feng Shui

Feng Shui – ©sculpies Fotolia.com

Feng und Shui

Feng Shui weißt dem Qi (Chi) eine tragende Rolle zu. Das Qi ist ein zentraler Begriff des Daoismus, welcher neben dem Buddhismus und dem Konfuzianismus eine der drei Lehren Chinas darstellt. Qi heißt frei übersetzt Energie oder Atem und ist quasi eine Ansammlung von Leben. Nur mit Qi kann Leben herrschen, ohne Qi herrscht der Tod. Dabei ist das Qi in allen Dingen der Natur und Lebewesen zu finden. Das Qi wird als eine Art kosmische Lebenskraft und Energie angesehen, aus welcher die Welt entstand. Eine besondere Rolle spielt der Fluss des Qi im Feng Shui. Das Qi eines jeden Lebewesens und der verschiedenen Dinge der Natur trägt stets zu etwas anderem bei. Ohne Sonne gäbe es keine Pflanzen, ohne die Mutter kein Kind. Das Qi ist somit stetig im Fluss.

Feng Shui ist eine Lehre, die auf dem Qi basiert, da sich die Kunst mit dem Fluss des Qi auseinander setzt. Das Ziel des Feng Shui ist eine Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung und der Natur. Mit Hilfe von Feng Shui können wir in unseren Wohnräumen Ungleichgewichte im Qi erkennen. Ziel ist dabei die Minimierung aller negativen Einflüsse und die Stärkung alles Positiven. Mit Hilfe der Kunst des Feng Shui soll somit ein Energieausgleich stattfinden. Feng Shui setzt sich aus den beiden Begriffen Feng (=Wind) und Shui (=Wasser) zusammen. Wind und Wasser sind Elemente in Bezug auf Gesundheit, Glück und Reichtum. Die Lehre Feng Shui umfasst zudem die fünf Elemente sowie die Lehre von Yin und Yang. Auf diese gehen wir in den nachfolgenden Abschnitten ein.

Zwar gibt es unterschiedlich Ströme des Feng Shui, alle basieren jedoch auf dem Yin und Yang Prinzip und der Lehre der fünf Elemente. Die Formenschule des Feng Shui beispielsweise betrachtet überwiegend Landschaftsformationen und die Kompassschule des Feng Shui die Eigenschaften der Himmelsrichtung. Im Rahmen der Formenschule brauchen unsere Wohnhäuser demnach Rückendeckung und müssen in die Natur eingebettet sein. Dies wird mit Hilfe von Hecken, Zäunen, Mauern aber auch Nachbarhäusern gewährleistet. In der Kompasschule wird mit Hilfe des Feng Shui Kompass die Lage eines Hauses bestimmt und die Beeinflussung der Himmelsrichtungen analysiert. Mit diesem Thema beschäftigt sich unser Feng Shui Artikel Kompass-Bagua.

Yin und Yang – tragende Roll eim Feng Shui

Yin und Yang - Feng Shui ©-newbeginner-Fotolia.com

Yin und Yang – Feng Shui ©-newbeginner-Fotolia.com

Nach den alten Ansichten der Chinesen ist die Welt eine harmonsiche Einheit, in der kein Lebewesen ohne seine Umgebung existieren kann. Alle Dinge bekommen daher erst durch die eigene Umwelt einen Sinn. Im Rahmen der Yin und Yang Lehre werden die Dinge in Beziehung zu einem großen Ganzen gesetzt. Die Lehre von Yin und Yang spielt ebenso wie das Qi eine tragende Rolle im Daoismus und somit im Feng Shui. Yin und Yang drücken Gegensätze, die sich doch anziehen und im Gleichgewicht sein müssen, aus. In jedem Element besteht ein Teil des Yin und ein Teil des Yang. Das bekannte Symbol verdeutlicht dies durch den weißen Punkt in der schwarzen Fläche und umgekehrt. Ursprünglich entstand dieses Konzept durch die Betrachtung der Umwelt und Natur. Die alten Chinesen bezogen das Yin auf die schattige Seite eines Berges und das Yang auf die sonnige Seite. Das Yang steht für hell, hart, heiß und Aktivität und ist die weiße Fläche des Yin und Yang Symbols. Das Yin steht für dunkel, weich, kalt und Ruhe und ist die schwarze Seite des Symbols. Die Betrachtung der schattigen und sonnigen Seite des Berges bedeutet also sinnbildlich das Vorkommen von Gegensätzen in der Natur, wie Himmel und Erde, Wasser und Feuer, Tag und Nacht und auch männlich und weiblich. Dabei ist Yin die männliche und Yang die weibliche Seite.

Yin und Yang müssen stehts im Gleichgewicht sein, auch in unseren eigenen vier Wänden. Für unsere Einrichtung nach Feng Shui bedeutet dies, dass wir weiche und geschwungene Formen mit geradlinigen, eckigen Möbeln und starken Farben kombinieren sollten um ein Gleichgewicht zu erzielen. In manchen Zimmern sollten wir, je nach Nutzung, trotzdem Schwerpunkte setzen. Wohn- und Arbeitszimmer nutzen wir eher aktiv. Deshalb solltet ihr hier den Schwerpunkt auf das Yang legen, ohne das es zu viel wird. Yang erreichen wir mit hellen Farben, großen Fenstern und modernen und geradlinigen Möbeln. Im Schlafzimmer solltet ihr darauf achten, dass das Yin überwiegt, damit Ruhe und Entspannung möglich sind. Ein Zimmer mit Fokus auf das Yin zeichnet sich durch dunklere, gedeckte Farben, Teppich, geschwungene Formen und Gemütlichkeit aus. Nur wenn das Gleichgewicht in unserer Wohnung gewährt ist, können wir unbeschwert leben ohne zu rastlos oder träge zu sein. Mit Hilfe des Feng Shui können wir unsere vier Wände in Gleichgewicht bringen und Yin und Yang optimal ausbalancieren.

Die fünf Elemente – ausbalanciert durch Feng Shui

Die Lehre der fünf Elemente entstand bereits vor rund 2000 Jahren und ist ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Sicht auf die Welt und die Natur. Diese Lehre dient als Beschreibung der Wechselbeziehungen von Mensch und Natur aber auch zur Beschreibung der Wechselwirkung innerhalb eines Organismus. Alle Dinge, die eine bestimmte Energie besitzten, werden einem der Elemente zugeordnet. Die Elemente sind:

  • Holz (mù)
  • Feuer (huŏ)
  • Erde (tŭ)
  • Metall (jīn)
  • Wasser (shuĭ)

Die Elemente stärken und regulieren sich gegenseitig und sollten stets im Gleichgewicht zueinander stehen. Sie regeln den Ablauf aller Naturerscheinungen und die Verteilung des Qi. Im Feng Shui kommen die Elemente zum Einsatz um Farben, Formen, Richtung und Zeit zu bestimmen und in Einklang zu bringen. Die fünf Elemente sind quasi eine Weiterführung des Yin und Yang. Damit der Energiefluss in unseren Räumen und unserem Leben gewährleistet ist, müssen die Elemente miteinander in Einklang stehen. Das Wechselspiel kann entweder positiv oder negativ sein. Die Elemente in der oben stehenden Auflistungen stärken sich von oben nach unten und schwächen sich von unten nach oben. Somit stärk Holz das Feuer, Feuer die Erde, Erde das Metall und Metall das Wasser. Andersherum schwächt Wassser das Metall, Metall die Erde, Erde das Feuer und Feuer das Holz. Diese Ansicht trägt den Namen Entstehungs- oder Wachstumszyklus. Mit Hilfe des Feng Shui gleicht sich der Zyklus aus und zerstörerische Zyklen lassen sich erkennen und beseitigen.

Bei der Einrichtung eurer Wohnung nach Feng Shui, könnt ihr diese Elemente berücksichtigen. Das Element Holz drückt Mut und Selbstbewusstsein aus. Dies ist vor allem in Büro- und Arbeitsräumen wichtig. Holz spiegelt sich in Grün wider, im Rahmen der Einrichtung aber auch in dunklen Brauntönen. Holz ist das kleine Yang, also der kleine weiße Punkt im Yin. Es steht für Aufbruch, Aufstieg und Handlungsimpuls. Möbel und Böden aus Holz und Bambus bringen euch das Element Holz in eure Räume.

Feuer bringt Lebensfreude und ist vor allem in unseren Wohnräumen wichtig. Feuer drücken wir mit den Farben Rot, Gelb und Orange aus. Feuer ist das große Yang (der weiße Bereich des Symbols), da es für Ausgestaltung, Dynamik und Aktion steht. Räume, die das Element Feuer benötigen, brauchen Licht und Kerzen sowie spitze und scharfkantige Formen.

Das Element Erde ist ein neutrales Element, es wird also weder Yin noch Yang zugeordnet. Es symbolisiert Vernunft, Leben und die Fähigkeit zu Lieben ebensowie wie Veränderung und Wandlung. Dieses Element betrifft im Feng Shui das Esszimmer, die Küche, die Speisekammer und das Schlafzimmer und lässt sich mit Braun, Ocker, Beige, Gelb und Grün ausdrücken. Leinen, Lehm, Terrakotta, Ton und Keramik bringen dieses Element in einen Wohnraum.

Das Metall ist das kleine Yin, also der schwarze Punkt im Yang. Metall symbolisiert Gerechtigkeit, Stärke und Reife. Im Rahmen der Einrichtung nach Feng Shui drücken Dinge wie Alarmanlagen, die Wände, das Dach, Heizungen und Belüftung das Element Metall aus. Repräsentiert wird Metall durch die Metallfarben Gold und Silber. Um das Element Metall in Wohnräume zu integrieren bieten sich Metallmöbel und -Accessoires an.

Wasser bringt uns Entspannung und ist vor allem im Bad vorhanden. Auch Gartenteiche, Wasserleitungen und Dachrinnen symoblisieren das Element Wasser. Es repräsentiert das große Yin und wird mit den Farben Blau und Schwarz verdeutlicht, ebenso mit Glas und Wasserspielen.

Die Elemente des Feng Shui zusammengefasst

Hier noch einemal eine übersichtliche Darstellung  der Attribute der fünf Elemente, die für das Feng Shui von Bedeutung sind.

Form, Richtung, Zeit:

ElementHolzFeuerErdeMetallWasser
FormZylinderPyramidenQuaderKuppelKurven
RichtungOstenSüdenMitteWestenNorden
ZeitMorgenMittagNachmittagAbendNacht

Farbe, Material, Raum

ElementHolzFeuerErdeMetallWasser
FarbeGrün, BraunRot, GelbBraun, Beige, GelbGrau, Weiß, Gold/SilberBlau und Schwarz
MaterialHolz, Bambus, KorkKerzen, Lampen, Kamin,Ton, Stein, ZiegelEisen, MetallGlas, Seide
Räume/DingeBüroWohnräumeKüche, EsszimmerHeizung, WandBad, Garten

Wie ihr die Elemente und das restliche hier erworbene Wissen um das Feng Shui anwendet, erfahrt ihr in unseren Artikeln über das Drei-Türen-Bagua und das Kompass-Bagua.

Yin und Yang Elemente ©-Heiko-Barth-Fotolia.com

Yin und Yang Elemente ©-Heiko-Barth-Fotolia.com

Feng Shui – Grundlagen
4.3 (86.67%) 3 Votes

Mehr von uns

Über Franziska Schönbach

Franziska schreibt für wohnung-einrichten.net

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.