Steuern sparen leicht gemacht – so geht’s

Jedes Jahr aufs Neue ist die Steuererklärung fällig. Nicht nur Arbeitnehmer sollten eine abgeben, auch für Studenten und Auszubildende ist sie sinnvoll. So holt ihr jede Menge aus eurer Steuererklärung raus.

Steuern sparen. Foto: Marco2811/fotolia.com

Steuertipps für Sparfüchse. Foto: Marco2811/fotolia.com

Studenten

Studienkosten lassen sich entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen. Studenten in der Erstausbildung können Stand heute ausschließlich Sonderausgaben ansetzen. Dazu zählen alle Kosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Studium stehen wie Nachhilfekurse, Fahrtkosten zur Universität oder zu Exkursionen, Bücher und vieles mehr. In manchen Fällen können sogar die Mietkosten steuerliche Vorteile bringen. Aber nur, wenn der Studienort nicht der Erstwohnsitz ist. Fährt ein Student beispielsweise alle drei Wochen zu den Eltern und wohnt dort im alten Kinderzimmer, funktioniert das leider nicht. Sonderausgaben können nur limitiert bis zu einem Betrag von 6.000 Euro abgesetzt werden und auch nur im Entstehungsjahr selbst. Einen Steuervorteil durch das Absetzen der Sonderausgaben bekommt ihr jedoch nur, wenn ihr im Jahr der Kostenentstehung ein zu versteuerndes Einkommen über den Grundfreibetrag habt oder Lohnsteuer von eurem Arbeitslohn abgezogen wird.

Ist euer Studium eine Zweitausbildung, weil ihr beispielsweise schon eine Berufsausbildung oder einen Studienabschluss in der Tasche habt, könnt ihr eure Studienkosten als Werbungskosten absetzen. Aber nur, wenn eure Zweitausbildung mit eurem derzeitigen oder künftigen Beruf in Verbindung steht. Zu den Werbungskosten zählen alle beruflich bedingten Ausgaben, beispielsweise Kosten für Fort- und Weiterbildungen. Anders als bei den Sonderausgaben lassen sich die Werbungskosten von Jahr zu Jahr in sogenannten Verlustvorträgen aufschieben bis ihr zum Arbeiten anfangt und Geld verdient. Dann könnt ihr eure gesammelten Verlustvorträge nachträglich geltend machen.

Hinweis: Die steuerliche Ungleichbehandlung von Studenten im Erst- und Zweitstudium hat der Bundesfinanzhof bereits 2014 als verfassungswidrig eingestuft. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht darüber entscheiden, ob auch Studenten in der Erstausbildung (bspw. Bachelor) ihre Studienkosten als Werbungskosten angeben und damit von der Möglichkeit eines Verlustvortrags profitieren können. Eine Entscheidung fällt vermutlich erst im Frühjahr 2017. Bis zum Urteil sind alle Steuerbescheide, die sich auf eine Steuererklärung für das Erststudium beziehen, vorläufig. Erststudenten können damit hoffen, dass sie ebenso wie Studenten, die ihr zweites Studium absolvieren, rückwirkend einen Großteil ihrer Studienkosten erstattet bekommen.

Es lohnt sich also für alle Studenten eine jährliche Steuererklärung abzugeben, auch wenn noch gar keine Steuern bezahlt werden.  Wer sich nicht alleine durch den Steuerdschungel quälen will, bekommt beispielsweise Hilfe beim Steuerberater, beim Lohnsteuerhilfeverein oder bei studentensteuererklärung.de. Diese Webseite bietet einen Steuer-Service speziell für Studenten, Absolventen und Akademiker.

So sparen Mieter an der Steuer

Viele Ausgaben rund um die Wohnung oder das Haus lassen sich von der Steuer abschreiben. Dazu zählen beispielsweise haushaltsnahe Dienstleistungen wie Schnee schippen, Rasen mähen oder putzen. Wenn ihr diese Tätigkeiten von einem Dienstleister erledigen lasst, lassen sich die Kosten von der Steuer absetzen. Aber nur, wenn ihr die Rechnung per Überweisung beglichen habt. Auf diese Weise könnt ihr maximal Kosten von 20.000 Euro zu 20 Prozent geltend machen.

Auch Handwerkerleistungen lassen sich absetzen, wenn ihr den Auftrag als Mieter selbst vergeben und die Leistung per Überweisung bezahlt habt. Seit Januar 2014 dürfen Mieter nicht nur Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen, sondern auch die Schaffung neuen Wohnraums steuerlich geltend machen. Der Staat beteiligt sich mit 20 Prozent, maximal jedoch 1.200 Euro, an den Handwerkerleistungen. Wenn der Vermieter die Handwerkerkosten über die Nebenkostenabrechnung auf euch abwälzt, könnt ihr sie ebenfalls geltend machen. Voraussetzung für das Absetzen der Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen ist: Die Tätigkeiten müssen in der Wohnung oder auf dem zugehörigen Grundstück ausgeführt worden sein.

Neben den haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen lässt sich auch das Arbeitszimmer in der Wohnung von der Steuer absetzen. Wenn ihr beispielsweise in eurer Arbeitsstätte und zuhause arbeitet, könnt ihr bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Arbeitet ihr allerdings zu 100 Prozent von zuhause aus, dürft ihr alle Wohnungskosten wie Miete, Heizung und Strom – anteilig auf die Größe des Arbeitszimmers gerechnet – absetzen.

Handwerker bei der Arbeit. Foto: karepa/fotolia.com

Mieter dürfen Handwerkerkosten von der Steuer absetzen. Foto: karepa/fotolia.com

Umzug

Nicht nur als Mieter, sondern auch bei einem beruflich veranlassten Umzug könnt ihr Steuern sparen. Zahlreiche Ausgaben wie die Leihgebühr für den Umzugswagen beziehungsweise die Kosten für das Umzugsunternehmen sowie Makler- und Reise- und Übernachtungskosten lassen sich als Werbungkosten steuerlich geltend machen. Wurde außerdem die Frist bei der Wohnungskündigung versäumt, könnt ihr in der Steuererklärung bis zu sechs Monatsmieten für eure alte Wohnung berücksichtigen. Zieht ihr später als geplant um, lassen sich bis zu drei Monatsmieten für die neue Wohnung von der Steuer absetzen. Darüber hinaus könnt ihr die Kosten für Schönheitsreparaturen von der Steuer absetzen. Dazu zählen das Streichen von Wänden, Zimmerdecken, Heizkörpern, Innentüren, Fenstern und Innenseiten von Außentüren.

Steuern sparen bei der Geldanlage

Sparerpauschbetrag und Freistellungsauftrag: Wer Geld auf der Bank anlegt, kann mit Hilfe eines Freistellungsauftrages Steuern sparen. Kapitaleinkünfte wie Zinsen und Dividenden bis zu 801 Euro bei Alleinstehenden und 1602 Euro bei Paaren müssen nicht versteuert werden. Wenn ihr einen Freistellungsauftrag nutzen möchtet, solltet ihr ihn bei eurem Kreditinstitut einreichen. Auf diese Weise erklärt ihr der Bank, dass für einen von euch bestimmten Zinsertrag keine Kapitalertragssteuer abgezogen werden soll.  Die steuerfreie Summe könnt ihr flexibel zwischen verschiedenen Banken aufteilen. Der Auftrag ist jeweils für ein Kalenderjahr gültig.

Wer die relevanten Belege sammelt und eine aussagekräftige Steuererklärung abgibt, bekommt meist viel Geld vom Staat zurück. Es lohnt sich also, Zeit in die Steuererklärung zu investieren.

Steuern sparen leicht gemacht – so geht’s
4.38 (87.5%) 8 votes

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *